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Waschmaschine Stromverbrauch: Was das Energielabel wirklich sagt

Auf dem EU-Energielabel stehen eine Klasse, eine Kilowattstundenzahl und ein Programmname, den kaum jemand kennt. Wir erklären, wie die drei zusammenhängen, was ein Waschgang kostet und ob sich Energieeffizienzklasse A gegenüber einer schlechteren Klasse lohnt.

✍️ Redaktion Waschmaschinen Experte ⏱ Lesezeit: 6 Min
Waschmaschine in einer Küche, daneben eine grüne Zimmerpflanze auf der Arbeitsplatte

📌 Das Wichtigste in Kürze

  • Das Label nennt den Verbrauch in kWh je 100 Zyklen, gemessen im Programm eco 40-60.
  • Seit März 2021 gilt die Skala A bis G. A+, A++ und A+++ gibt es nicht mehr.
  • Die Geräte in unserem Vergleich, die einen Wert nennen, liegen bei 40 bis 45 kWh je 100 Zyklen.
  • Bei 200 Waschgängen im Jahr sind das rund 80 bis 90 kWh – etwa 28 bis 32 € Stromkosten pro Jahr.
  • Energieeffizienz wiegt in unserer Bewertung 30 % und damit am schwersten.

Was bedeutet eco 40-60?

Alle Angaben auf dem Energielabel beziehen sich auf ein einziges Programm: eco 40-60. Es wäscht normal verschmutzte Baumwollwäsche, die für 40 °C oder 60 °C ausgezeichnet ist, in einem Durchgang. Die EU hat es 2021 als Referenzzyklus eingeführt, damit sich Geräte überhaupt vergleichen lassen – vorher maß jeder Hersteller in seinem eigenen Sparprogramm.

Daraus folgt eine Eigenheit, die viele Käufer überrascht: eco 40-60 läuft lang. Das Programm spart Energie, indem es weniger heiß und dafür länger wäscht – drei bis vier Stunden sind normal. Eine Rezension zu dem Gerät mit der besten Bewertung in unserem Vergleich nennt genau diese Laufzeit als einen von zwei genannten Kritikpunkten. Das ist kein Defekt, sondern die Bauart des Programms.

Waschmaschine kWh pro Waschgang: die Rechnung

Der Wert auf dem Label gilt für 100 Zyklen. Für einen einzelnen Waschgang teilen Sie ihn durch 100:

  • 40 kWh je 100 Zyklen entsprechen 0,40 kWh pro Waschgang.
  • 45 kWh je 100 Zyklen entsprechen 0,45 kWh pro Waschgang.

Bei einem angenommenen Strompreis von 35 Cent je Kilowattstunde – ein Richtwert, keine Angabe aus einem Datenblatt – kostet ein Waschgang damit rund 15 Cent. Wer 200-mal im Jahr wäscht, zahlt etwa 30 € Strom im Jahr. Das ist weniger, als die meisten erwarten – und es ist der Grund, warum sich ein Gerätetausch allein wegen des Stromverbrauchs selten rechnet, solange das alte Gerät läuft. Was dafür spricht und was dagegen, steht im Ratgeber Reparieren oder neu kaufen.

Zwei Einschränkungen gehören dazu. Erstens gilt der Wert für die volle Trommel im Programm eco 40-60. Ein 60-°C-Kochprogramm oder ein Kurzprogramm liegt darüber, weil es mehr Wasser stärker aufheizt. Zweitens nennen längst nicht alle Hersteller einen kWh-Wert: In unserem Vergleich weisen ihn nur drei von dreizehn Geräten aus, die übrigen nennen lediglich die Klasse.

Warum gibt es kein A+++ mehr?

Die EU hat das Energielabel im März 2021 auf die Skala A bis G zurückgesetzt und die Anforderungen zugleich deutlich verschärft. Der Grund war, dass die alte Skala am oberen Ende ausgereizt war: Fast jedes Gerät trug A++ oder A+++, und die Klasse sagte nichts mehr aus.

Für Käufer heißt das zweierlei. Ein Gerät, das früher A+++ trug, liegt auf der neuen Skala oft bei C oder D – es verbraucht deshalb nicht mehr Strom als vorher, es wird nur strenger eingeordnet. Und eine Waschmaschine mit Klasse C ist heute nicht das, was C früher bedeutete. Die alten Klassen A+, A++ und A+++ dürfen seit 2021 nicht mehr ausgezeichnet werden; wo sie noch auftauchen, stammt die Angabe aus einer alten Quelle.

Lohnt sich Energieeffizienzklasse A?

Über die Nutzungsdauer eines Geräts summiert sich der Unterschied – acht bis fünfzehn Jahre bei 200 Waschgängen im Jahr sind 1.600 bis 3.000 Waschgänge. Ein Sprung von Klasse C auf Klasse A macht dabei je nach Gerät einen Betrag im niedrigen dreistelligen Bereich aus. Das trägt einen Aufpreis, aber nicht jeden.

Wichtiger ist ein zweites Argument: Die Klasse ist der einzige Wert, der sich zwischen zwei Geräten direkt vergleichen lässt. Sie entsteht nach einem festgelegten Messverfahren, während Herstellerangaben zu Sparprogrammen auf keiner gemeinsamen Grundlage stehen. Deshalb wiegt die Energieeffizienz in unserer Bewertung 30 % – mehr als jedes andere Kriterium.

Das hat sichtbare Folgen im Feld. Ein Toplader in unserem Vergleich trägt Klasse C und rutscht dadurch deutlich ab, obwohl Rezensionen ihn als leise beschreiben und die Bedienung gelobt wird. Wir rechnen das nicht schön: Für einen Haushalt, der selten wäscht, kann das Gerät trotzdem passen – für einen, der täglich wäscht, ist der Effizienznachteil über zehn Jahre der teurere Teil des Kaufs.

Waschmaschine Wasserverbrauch

Auch der Wasserverbrauch steht auf dem Label, in Litern je Zyklus im Programm eco 40-60. Ein Gerät in unserem Vergleich nennt dafür 37 Liter; das ist ein üblicher Wert für einen 7-kg-Frontlader. Ältere Geräte lagen deutlich darüber.

Wer den Verbrauch praktisch senken will, hat neben dem Gerätekauf zwei Hebel: die Trommel füllen und eine Mengenautomatik nutzen. Sie erkennt die Beladung und passt Wasser- und Energiemenge an – mehrere Geräte im Vergleich führen sie unter eigenen Herstellernamen.

Was auf dem Label sonst noch steht

  • Programmdauer von eco 40-60 in Stunden und Minuten – oft der überraschendste Wert.
  • Schleuderwirkungsklasse A bis G: Sie sagt, wie viel Restfeuchte in der Wäsche bleibt. Wer einen Trockner nutzt, spart hier doppelt.
  • Geräuschemissionsklasse A bis D und der Wert in dB(A) beim Schleudern – dazu mehr im Ratgeber Leise Waschmaschine.
  • Fassungsvermögen in Kilogramm, auf das sich alle übrigen Werte beziehen.

Sparsame Geräte aus unserem Vergleich

Diese Geräte tragen bei der Energieeffizienz die besten Teilnoten in unserem Raster.

Haier Frontlader Waschmaschine 8kg G3 Serie HW80-BP1427637T Empfehlung
ENERGIEEFFIZIENZKLASSE A · FRONTLADER

Haier Frontlader Waschmaschine 8kg G3 Serie HW80-BP1427637T

TEILNOTE ENERGIEEFFIZIENZ 1,5

Haier-Frontlader mit 8 kg für 3 bis 4 Personen, laut Rezensionen sehr leise mit KI-gestützter Programmwahl, bei langer Laufzeit des Eco-Programms – unsere Empfehlung.

Exquisit Waschmaschine 7 kg Schmal - 45 cm - Inoxlook - 1400 U/Min
ENERGIEEFFIZIENZKLASSE A · FRONTLADER

Exquisit Waschmaschine 7 kg Schmal - 45 cm - Inoxlook - 1400 U/Min

TEILNOTE ENERGIEEFFIZIENZ 1,5

Exquisit-Frontlader mit 7 kg und 45 cm Gerätetiefe für ein bis zwei Personen, mit belegter Energieeffizienzklasse A und 40 kWh je 100 Zyklen, bei einer Rezension mit ausführlichen Zuverlässigkeitsproblemen.

LG F6WV710P2S Waschmaschine (10,5 kg, Energieklasse A, 1.600 U/Min.)
ENERGIEEFFIZIENZKLASSE A · FRONTLADER

LG F6WV710P2S Waschmaschine (10,5 kg, Energieklasse A, 1.600 U/Min.)

TEILNOTE ENERGIEEFFIZIENZ 1,6

LG-Frontlader mit 10,5 kg für Haushalte ab fünf Personen, laut Rezensionen überwiegend leise mit App-Steuerung, bei vereinzelten Berichten über starke Vibrationen.

Telefunken W714AS1DI Waschmaschine 7kg Frontlader 1400 U/Min. EEK A
ENERGIEEFFIZIENZKLASSE A · FRONTLADER

Telefunken W714AS1DI Waschmaschine 7kg Frontlader 1400 U/Min. EEK A

TEILNOTE ENERGIEEFFIZIENZ 1,6

Telefunken-Frontlader mit 7 kg für ein bis zwei Personen, mit belegter Energieeffizienzklasse A, laut Rezensionen leise im Alltag, laut Datenblatt aber mit 76 Dezibel, einem der höheren Werte im Feld, bei einem Bericht über einen undichten Wasserschlauch bei Lieferung.

Bauknecht W7 S6300 A Waschmaschine Frontlader / 7kg / EEK A
ENERGIEEFFIZIENZKLASSE A · FRONTLADER

Bauknecht W7 S6300 A Waschmaschine Frontlader / 7kg / EEK A

TEILNOTE ENERGIEEFFIZIENZ 1,6

Bauknecht-Frontlader mit 7 kg für ein bis zwei Personen, mit belegter Energieeffizienzklasse A, laut Rezensionen leise im Alltag, laut Datenblatt aber mit 76 Dezibel, einem der höheren Werte im Feld, bei einem Bericht über wiederholten Wasserschaden.

Fazit

Der Stromverbrauch einer Waschmaschine ist kein großer Posten im Haushalt – rund 30 € im Jahr bei 200 Waschgängen. Die Energieeffizienzklasse bleibt trotzdem das wichtigste Kaufkriterium, weil sie über acht bis fünfzehn Jahre wirkt und weil sie die einzige vergleichbare Angabe ist.

Achten Sie beim Kauf auf zweierlei: die Klasse und, wenn der Hersteller ihn nennt, den kWh-Wert. Wo beides fehlt, fehlt die Grundlage – im Vergleich lässt sich nach der Energieeffizienzklasse filtern, und ein Gerät ist dort ausdrücklich als „Nicht ausgewiesen“ geführt, weil sein Abruf keine Klasse nennt.